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Rechtliches

Verhaltensregeln

Kurz gesagt

port9 soll ein Ort sein, an dem man Fragen stellen kann, ohne sich dumm vorzukommen — und widersprechen kann, ohne angegriffen zu werden. Dafür braucht es wenige, klare Regeln.

Wenn du gegen eine verstößt, sagen wir dir welche und warum. Wir fangen mit der mildesten Maßnahme an und sperren niemanden ohne Begründung. Du kannst jeder Entscheidung sechs Monate lang widersprechen.

Diese Regeln sind Bestandteil der Nutzungsbedingungen und gelten für alles, was du auf port9 veröffentlichst: Beiträge, Kommentare, Wiki-Artikel, Gruppen, dein Profil und Direktnachrichten. Zusätzlich gilt selbstverständlich das geltende Recht.

Die zwölf Regeln

Die Kurzcodes (R1 bis R12) sind kein Beiwerk: Wenn wir etwas entfernen, nennen wir dir genau die Regel, um die es geht — damit du die Entscheidung nachvollziehen und gezielt widersprechen kannst.

  1. R1

    Keine Herabwürdigung von Menschengruppen

    Beiträge, die Menschen wegen Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Alter herabsetzen, haben hier keinen Platz. Das gilt auch für Witze, die genau das transportieren, und für das Weiterverbreiten solcher Inhalte.

  2. R2

    Keine Gewalt und keine Drohungen

    Keine Androhung von Gewalt, keine Aufforderung dazu, keine Verherrlichung. Auch drastische Gewaltdarstellungen ohne erkennbaren Informationswert gehören nicht in den Feed.

  3. R3

    Nichts, was Kindern und Jugendlichen schadet

    Keine pornografischen oder sexualisierten Inhalte, keine Darstellung von Minderjährigen in sexuellem Zusammenhang, nichts, was Selbstverletzung oder Essstörungen verherrlicht. port9 ist ab 16 Jahren — die Regel gilt trotzdem für alle.

  4. R4

    Keine Belästigung, kein Mobbing

    Niemand soll hier gejagt werden: kein wiederholtes Anschreiben nach einem Nein, kein Aufhetzen gegen eine einzelne Person, kein Nachstellen über Beiträge, Kommentare und Nachrichten hinweg.

  5. R5

    Sachlich bleiben statt persönlich werden

    Widerspruch ist ausdrücklich erwünscht — Beleidigungen, Herabsetzungen und erfundene Tatsachenbehauptungen über andere sind es nicht. Kritisiere die Aussage, nicht den Menschen.

  6. R6

    Fremde Inhalte nur mit Recht dazu

    Lade nur hoch, was du selbst gemacht hast oder verwenden darfst — Fotos, Texte, Musik, Logos und Marken gehören jemandem. Ein Zitat mit Quellenangabe ist in Ordnung, eine komplette Kopie ist es nicht.

  7. R7

    Keine verfassungsfeindlichen Kennzeichen

    Symbole, Parolen und Kennzeichen verbotener Organisationen sind in Deutschland strafbar (§ 86a StGB) und hier gesperrt — auch als Profilbild, Titelbild oder in einer Gruppenbeschreibung.

  8. R8

    Keine Aufrufe zu Straftaten

    Keine Anleitungen und keine Aufforderungen zu Straftaten, kein Handel mit illegalen Waren oder Dienstleistungen, keine Anleitung zum Umgehen von Sicherheitsmechanismen fremder Geräte oder Konten.

  9. R9

    Kein Spam, kein Betrug

    Keine Massen-Werbung, keine Kettenbriefe, keine gefälschten Gewinnspiele, keine Links auf Phishing-Seiten. Werbung für eigene Angebote ist im Business-Tarif vorgesehen und wird dort als Werbung gekennzeichnet — verkleidet als normaler Beitrag ist sie ein Verstoß.

  10. R10

    Keine gefährliche Falschinformation

    Bei Gesundheit, Sicherheit und Technik zählt, ob etwas stimmt: Keine erfundenen Behauptungen, die Menschen zu riskanten Entscheidungen bringen — etwa angebliche Sicherheits-Updates aus unbekannter Quelle. Eine offene Frage oder eine begründete Einschätzung ist keine Falschinformation.

  11. R11

    Fremde Daten bleiben privat

    Keine Adressen, Telefonnummern, Klarnamen, Kontodaten oder Fotos anderer Menschen ohne deren Einverständnis. Auch der Screenshot eines privaten Chats ist die Veröffentlichung fremder Daten.

  12. R12

    Sperren nicht umgehen

    Wer gesperrt ist, legt kein zweites Konto an, und wer blockiert wurde, kontaktiert die Person nicht über einen Umweg. Wenn du eine Entscheidung für falsch hältst, ist der Einspruch der richtige Weg — nicht ein neues Konto.

Worum es uns dabei geht

port9 wird von kleinen Unternehmen aus der Community getragen und lebt davon, dass die Plattform selbst geschützt bleibt. Die Regeln oben gelten deshalb nicht nur zwischen Mitgliedern: Spam und fremde Werbung verstoßen gegen R9, das Umgehen von Sperren gegen R12. Angriffe auf die Technik oder Manipulation mit Mehrfachkonten nehmen wir ebenso ernst; eine eigene Regel dazu stimmen wir gerade mit unserem Anwalt ab. Sachliche Kritik — auch an port9, freifon oder anderen Anbietern hier — ist dagegen ausdrücklich erwünscht. Was bei Verstößen passiert, steht in den Nutzungsbedingungen, § 5.

Was passiert bei Verstößen

Wir wählen immer die mildeste Maßnahme, die den Verstoß beendet. Die Stufen sind:

  1. Hinweis — wir schreiben dich an und erklären, was das Problem ist.
  2. Inhalt entfernen oder verbergen — der einzelne Beitrag verschwindet, dein Konto bleibt unberührt.
  3. Stummschaltung — du kannst weiter lesen, vorübergehend aber nicht schreiben, kommentieren oder reagieren.
  4. Befristete Sperrung — das Konto ruht für eine angegebene Dauer.
  5. Dauerhafter Ausschluss — nur bei schweren oder wiederholten Verstößen.

Du erfährst immer, warum

Zu jeder Maßnahme bekommst du eine Begründung: was betroffen ist, gegen welche Regel es unserer Auffassung nach verstößt, wie lange die Maßnahme gilt und ob automatisierte Mittel beteiligt waren. Heute lautet die Antwort darauf immer „nein“ — über jede Maßnahme entscheidet ein Mensch, es gibt weder eine automatisierte Entscheidung noch eine automatisierte Vorsortierung von Meldungen. Bei einer Sperrung schreiben wir dir zusätzlich per E-Mail — eine Sperre, von der du erst beim nächsten Anmeldeversuch erfährst, wäre keine Information, sondern eine verschlossene Tür.

Einspruch: sechs Monate

Gegen jede Entscheidung — auch gegen die Ablehnung einer Meldung, die du selbst gemacht hast — kannst du innerhalb von sechs Monaten Einspruch einlegen. Der Link dazu steht in der Benachrichtigung und unter „Einstellungen → Moderationsverlauf“. Den Fall sieht sich ein anderer Mensch an als der, der entschieden hat. Du bekommst eine begründete Antwort.

Unabhängig davon steht dir der Weg zu den Gerichten offen. Eine außergerichtliche Streitbeilegungsstelle nach Art. 21 der Verordnung (EU) 2022/2065 nennen wir dir bewusst nicht: port9 ist ein Kleinstunternehmen und nach Art. 19 dieser Verordnung von den Art. 20 bis 28 ausgenommen. Eine Stelle zu benennen, die für uns gar nicht zuständig ist, wäre eine falsche Auskunft. Der Einspruch oben ist unser freiwilliges Angebot. Wie du uns oder eine Behörde uns erreicht, steht auf der Kontaktseite.

Wiki-Leitfaden

Neue Wiki-Artikel von Personen ohne Direkt-Recht sieht sich die Moderation vor der Veröffentlichung an — ebenso jede Änderung an einem bereits veröffentlichten Artikel (siehe Nutzungsbedingungen § 5). Das ist keine fachliche Prüfung, sondern eine Sichtung auf offensichtliche Verstöße — und auf die fünf Punkte hier, die den Wiki-Bereich für andere brauchbar halten:

  1. Eigener Text oder Quelle. Schreib in eigenen Worten oder gib an, woher ein Absatz stammt. Eine Übernahme ohne Herkunftsangabe verletzt möglicherweise fremde Rechte (R6) und lässt sich nicht nachprüfen.
  2. Produktnamen konkret. „GrapheneOS auf einem Pixel 8“ statt „ein Custom-ROM auf einem aktuellen Handy“ — konkrete Namen sind es, die einen Wiki-Artikel für andere brauchbar machen.
  3. Werbung ist gekennzeichnet. Empfiehlst du ein Produkt oder einen Anbieter, mit dem du geschäftlich verbunden bist, sag das offen dazu — unauffällige Werbung ist ein Regelverstoß (R9).
  4. Warnhinweis bei riskanten Anleitungen. Schritte, die ein Gerät unbenutzbar machen können — etwa Bootloader entsperren oder ein Custom-Image flashen — brauchen einen deutlichen Warnhinweis vor dem ersten Schritt.
  5. Aktualität. Nenn, für welche Version oder welchen Stand die Anleitung gilt, damit spätere Leser einschätzen können, ob sie noch passt.

Diese fünf Punkte sind ein Qualitätsmaßstab, keine eigene Verhaltensregel: Gibt die Moderation einen Artikel allein deshalb zur Nacharbeit zurück, ist das keine Sanktion — der Artikel war nie veröffentlicht, du bekommst eine Begründung und kannst ihn überarbeiten und erneut einreichen. Verstößt ein Artikel zusätzlich gegen eine der zwölf Regeln oben, gilt das Verfahren aus „Was passiert bei Verstößen“ weiter oben auf dieser Seite.

So meldest du etwas

Bei jedem Beitrag, Kommentar, Profil, jeder Gruppe und jeder Direktnachricht findest du im Menü (drei Punkte) den Eintrag „Melden“. Wähle einen Grund und schreib in ein bis zwei Sätzen, was das Problem ist — das hilft uns mehr als jede Grundauswahl allein.

Ohne Konto geht das auch. Für alles, was ohne Anmeldung sichtbar ist, führt der Weg über Rechtswidrige Inhalte melden. Der Link steht auf jeder Seite ganz unten im Fuß — ein Melde-Weg, den man erst suchen muss, ist keiner (Art. 16 DSA).

Du bekommst eine Eingangsbestätigung mit einer kurzen Kennung und später das Ergebnis. Wir behandeln jede Meldung; „keine Antwort“ ist keine Antwort. Melde bitte nichts, nur weil es dir nicht gefällt: Wiederholt offensichtlich unbegründete Meldungen können wir nach vorheriger Warnung einschränken — wir halten uns dabei freiwillig an die Maßstäbe des Art. 23 DSA: Abwägung im Einzelfall, Warnung vorab, nie eine automatische Sperre.

Bei Gefahr im Verzug — konkrete Gewaltandrohung, Suizidankündigung, Gefahr für ein Kind — melde es zusätzlich der Polizei unter 110. Wir sind kein Notdienst und können nicht rund um die Uhr reagieren.